Bürgerverein

Blickpunkt

Blickpunkt

Der erste Blickpunkt erschien im 3. Quartal 1975 und
danach 3 mal im Jahr

Er enthielt Mitteilungen und Veranstaltungstermine für Brand

Die Verteilung erfolgte ab Juni 2014 kostenlos mit "Noits op d'r Brand"

und ist nun ab Februar 2017 darin integriert, so dass die Informationen
alle zwei Monate erscheinen

Zusätzlich liegen weitere Exemplare im Bezirksamt, bei der
Aachener Bank, der Sparkasse Brand und bei den Mitgliedsgeschäften
der IG Handel, Handwerk und Gewerbe aus.



Oktober 2019

Ausstellung 30 Jahre "Heimatkundliche Blätter"


30 Jahre „Heimatkundliche Blätter“

Der Geschichtskreis im Bürgerverein Brand
zeigt in einer Ausstellung Streiflichter
durch die Buchserie im Foyer der
Sparkasse Aachen Brand.


Das Jahrbuch Nr. 30 wird im November dieses Jahres herausgegeben, was Anlass ist,
auszugsweise über Geschichte, Schwerpunktthemen und Autoren
in drei Jahrzehnten anhand von Text- und Bildtafeln zu informieren.


Die Sparkasse Aachen, Trierer Straße 815,

bietet vom 18. bis 29. November 2019

während der allgemeinen Öffnungszeiten die Möglichkeit,
die Ausstellung zu besuchen.

 

Im Blickpunkt Nr. 62 von 1990 stand



Brand - Heimatkundliche Blätter

Der heimatkundliche Arbeitskreis hat in den zurückliegenden Monaten
an der Erstellung einer rund 130 Seiten unfassenden Broschüre gearbeitet.
Darin sind interessante heimatbezogene Themen dokumentiert.
Das kleine Buch wird etwa Mitte Dezember unter dem Titel

"Brand - Heimatkundliche Blätter" erscheinen.

Bezugsquellen werden zum aktuellen Zeitpunkt bekanntgegeben.

 

Grillfest der Ehrenamtler am Görtzbrunnen

Es war kein Zufall, dass Karsten Kehren, der Brander Bürgerprinz der Session 2018/2019, mit einem Teil seiner Gefolgschaft an einem Freitag im vergangenen August auf dem von der Freiwilligen Feuerwehr stets vorbildlich gepflegten Grillplatz am Görtzbrunnen mit den ehrenamtlich Tätigen des Seniorentelefons und des Mobilitätsprojekts „Brander Senioren bleiben mobil“ zusammen kam. Da Karsten I. Kehren in seiner Session für das Mobilitätsprojekt einen stattlichen Spendenbetrag gesammelt hatte, war nun die Einladung zu dem von Brigitte und Paul Goebbels für den Bürgerverein bestens organisiertem Grillfest fällig. Bei durchwachsenem Wetter sind insgesamt ca. 60 ehrenamtlich in den beiden Projekten tätige Personen mit ihren Partnern der Einladung des Bürgervereins Brand gefolgt.

Unter ihnen auch der für die Betreuung der Schirmherren im Brander Karnevalszug verantwortliche Dieter Schäfer von den Brander Unterbähnern. Da in diesem Jahr der Vorsitzende des Bürgervereins Brand die Schirmherrschaft übernehmen durfte, ist es nicht verwunderlich, dass ein Teil der Karnevalssammlung dem Mobilitätsprojekt zu Gute kam. Es war ein schönes Beispiel dafür, wie sich Brander Vereine gegenseitig unterstützen und in diesem Fall konkrete Hilfsangebote für Senioren in unserem Stadtbezirk ermöglichen, die in dieser Form keinesfalls selbstverständlich sind.

Die „Grillmeister“ Peter Warrimont und Peter Geisler waren an diesem Freitag sehr fleißig und versorgten die Anwesenden mit Grillgut aller Art. Einige Salate, Brot und Kuchenspenden von den Teilnehmern rundeten die Verpflegung ab. Da auch für kalte Getränke gesorgt war, entstanden schnell muntere Gespräche. Es fand ein reger Austausch zwischen den Karnevalisten und den Ehrenamtlern des Bürgervereins statt. Selbst einige kurze Regenschauer konnten die gute Stimmung nicht beeinträchtigen und so ging ein gemütlicher Abend im Schein der Straßenlaternen zu Ende.


Wolfgang Sanders

 

Auf den Spuren des Grafen Rice

Auf den Spuren des Grafen Rice
In jahrelanger Arbeit und mit Unterstützung des Geschichtskreises für den Bereich Brand (s. HKB – Bücher 2001 – 2004) hat der Autor Pat Neligan aus Dingle in Westirland ein Buch über das abenteuerliche Leben des Grafen James Louis Rice, der auch aus Dingle stammte, geschrieben.
Etwa ein Jahrzehnt hat dieser Graf, ein Spieler und Hasardeur, sein Leben auch im Aachener Raum zugebracht. So pachtete er von 1781 – 1791 den Neuenhof als Hauptwohnsitz, um von hier aus eine Pferderennbahn auf der Brander Heide im Bereich des Sebastianusweges anzulegen. Nachdem er in Aachen und Burtscheid gescheitert war, fand er im Münsterländchen bei dem damaligen Administrator Freiherr von der Horst-Broisdorf ein offenes Ohr. Das Ländchen war hoch verschuldet und so waren die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf willkommen. Da es teilweise Allmende-Land war, kam es zu einem jahrelangen Gerichtsverfahren am Reichskammergericht in Wetzlar, was mit zum Konkurs des Grafen beitrug. Nach Auflösung des Münsterländchens mussten die neuen, selbständigen Gemeinden in den nächsten Jahrzehnten aus dem gemeinsamen Heide- und Forstbesitz die Restschulden abbezahlen.
Herr Christoph Laschet aus Raeren, der Pat Neligan aus seinen Urlauben in Irland kennt, hat das Buch ins Deutsche übertragen und um zahlreiche Details aus dem Aachener Gebiet ergänzt.
Um Pat Neligan eine Vorstellung von den Schauplätzen des Wirkens von Graf Rice zu vermitteln und auch, um das Buch hier vor Ort vorzustellen, hat Herr Laschet mit seinem Team ein umfangreiches Besuchsprogramm zusammengestellt. Das Buch wurde dann beim Oberbürgermeister der Stadt Aachen und in der Bücherinsel Brand (s. Blickpunkt 4/2019 und AN 12.8.2019) vorgestellt.
Für den Brander Bereich erfolgte unter Führung des Geschichtskreises eine Besichtigung des Neuenhofs. Dieser liegt unmittelbar hinter der Autobahn inmitten eines Wäldchens mit Weiher wie ein verwunschenes Märchenschloss. Von dort aus besichtigte man die noch erhaltenen Gutshäuser Gut Weide und den Haarhof an. Speziell der Haarhof gibt noch eine Vorstellung davon, wie ein alter Gutshof in früherer Zeit ausgesehen haben könnte.
Am Sebastianusweg konnte man dann von Gut England auf das Gelände der geplanten Reitbahn schauen. Graf Rice wurde in Aachen als Engländer angesehen, daher auch der Name für dieses Gut. Die heutigen Gebäude sind später erbaut worden, wie auch Gut Neu-England im Bereich des Truppenübungsplatzes. Die Anlagen wurden gebaut von der Zinkhütte Münsterbusch für die Unterbringung ihrer Zugpferde, Neu-England später von der Gemeinde Brand aufgekauft, erweitert, verpachtet und in den 60er Jahren abgerissen.
Anschließend führte der Rundweg nach Kornelimünster mit dem historischen Ortskern und dem alten Abteigebäude. Dann ging es über Ritscheid nach Hebscheid, das Graf Rice auch gepachtet hatte, um es ausführlich zu besichtigten.
In den folgenden Tagen besuchte die Gruppe die belgischen Orte seines Aufenthalts, insbesondere Spa. In dem Buch ist faszinierend zu lesen, wie eine damalige Oberschicht den Sommerurlaub dort verbrachte mit einer finanziellen Verschwendung ohnegleichen.
Nach seiner Rückkehr hat Pat Neligan den Beteiligten des Geschichtskreises einen sehr herzlichen persönlichen Dankesbrief geschrieben.
Das Buch (Graf James Louis Rice) zum Preis von 20 € ist sehr empfehlenswert für Geschichtsinteressierte aufgrund des lokalen Bezugs und hier insbesondere für die Wurzeln des Aachener Reitsports, aber auch, um das Leben einer Oberschicht im ausgehenden 18. Jahrhundert kennen zu lernen.
Hermann Schümmer

 

August 2019

Neue Brander Flaggen

Aufgrund einiger Nachfragen hat der Bürgerverein Brand erneut große Hängefahnen mit dem Brander Wappen beschafft.
Die Flaggen in der Größe 100 x 200 cm können zum Selbstkostenpreis in Höhe von 45,00 Euro pro Stück
im Bezirksamt-Brand zu den üblichen Öffnungszeiten erworben werden.
Es sind darüber hinaus noch wenige Restexemplare der kleinen Flagge mit der Größe 80 x 120 cm erhältlich (35,00 €).

 

Der Graf, die Pferderennbahn und die Bücherinsel

Was haben Dingle in Westirland und Aachen-Brand gemeinsam? Auf diese Frage ist Christoph Laschet aus Raeren bei einer Reise auf die grüne Insel zufällig gestoßen und hat die Antwort in einem Buch des Autors Pat Neligan gefunden. Der studierte Historiker beschreibt in seinem Werk mit dem Originaltitel „The Knaves of Trumps“ das abenteuerliche Leben des in Dingle aufgewachsenen Grafen James Louis Rice, der im Jahre 1780 nach Aachen kam, um hier eine Pferderennbahn mit Gestüt zu errichten. Von dieser wahren Geschichte war Laschet so begeistert, dass er sich dazu entschloss, das Buch ins Deutsche zu übersetzen und so nach Aachen zu bringen. Dabei konnte er auf die Unterstützung des Englischlehrers Helmut Feuerriegel bauen. Außerdem hatte sich der Geschichtskreis des Bürgervereins Brand bereits eingehend mit dem Rennbahnprojekt des Grafen Rice in der abteilichen Zeit (1780 bis 1789) beschäftigt und in ausführlichen Berichten von Dr. Helmut Gabel, Egbert Drese und Leo Förster in den „Heimatkundlichen Blättern“ der Jahre 2000 bis 2004 und 2008 veröffentlicht, auf die Pat Neligan für sein Buch zurückgreifen konnte.
Bei einer Lesung in der Brander Bücherinsel wurde nun das Buch in der englischen Fassung und der deutschen Übersetzung der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf Einladung von Christoph Laschet und seines Arbeitskreises war das Ehepaar Neligan aus Irland angereist, um sich die Schauplätze der von ihm verfassten Biographie einmal mit eigenen Augen anzuschauen und die Heimatkundler kennen zu lernen, die mit ihren Rechercheergebnissen vor Ort einen wichtigen Beitrag zu dem Werk geleistet haben. So konnte er die Brander Örtlichkeiten wie Gut Neuenhof und des ehemaligen Gutes England sowie das Gebiet der Brander Heide bei einer Führung durch Hermann Schümmer in Augenschein nehmen. Er zeigte sich begeistert von Aachen, dem Rathaus, dem Dom aber vor allem von den Menschen, die ihm bei seinem Besuch begegnet sind. „Aachen ist eine großartige Stadt, über der immer noch der Geist von Karl dem Großen steht“, beschrieb er seinen Eindruck und bekannte sich zur europäischen Idee.

Obwohl für die Lesung kaum Werbung gemacht worden war, füllte sich der große Leseraum der Bücherinsel so schnell, dass die ehrenamtlichen Helfer um den Leiter Michael Ziemons Mühe hatten, genug weitere Stühle herbeizuschaffen. Die Anwesenden wurden abwechselnd mit englischen und deutschen Auszügen des Buches unterhalten. Die deutsche Ausgabe mit dem Titel „Graf James Louis Rice, der Mann, der die Wiege des Aachener Reitsport schuf“ ist sogar 80 Seiten stärker als das Original, da Laschet noch einige zusätzliche Informationen zu der Episode über Brand einpflegen konnte. „Das Buch beschreibt ein Leben mit vielen Facetten, beteiligte sich der Graf doch gerne an Wetten, Duellen und sogar an der Befreiung der französischen Königin Marie Antoinette aus dem Gefängnis in Paris“, fasst Laschet den Inhalt zusammen. „Es zeichnet ein authentisches Sittengemälde von Europa im 18. Jahrhundert“.

Auch wenn es dem vermeintlichen Engländer (er war Ire) Rice während seines neun Jahre andauernden Aufenthalts nicht gelungen war, die Rennbahn tatsächlich in Betrieb zu nehmen, so hat er doch Spuren in Brand hinterlassen. Nicht zuletzt der Name Gut England ist auf ihn zurück zu führen. Gewohnt hat er auf dem Gut Neuenhof, das heute zwischen Debyestraße und der A 44 liegt. Während der Rat der Stadt Aachen ihm kein Grundstück verkaufen wollte, war ihm in Brand ein Pachtvertrag für einen Zeitraum von 100 Jahren ermöglicht worden. „Graf Rice hat in Aachen die Basis für den Reitsport geschaffen“, ist sich der Übersetzer Laschet sicher. Tatsächlich wurden die ersten Pferderennen ab dem Jahr 1821 in der Brander Heide veranstaltet. Sogar einen großen Preis von Aachen hat es schon gegeben, bevor das Mekka des Pferdesports in der Soers die endgültige Heimat gefunden hat. Selbstverständlich signierte der aufgeschlossene Ire nach der Lesung seine Bücher auf Wunsch mit einem Gruß auf Gälisch und plauderte noch lange mit den Gästen bei einem Gläschen Guinnes.
Wolfgang Sanders

Die deutschsprachige Ausgabe ist erhältlich zum Preis von 20 Euro im Brander Buchhandel.

 

v. l. Christoph Laschet, Pat Neligan, Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns, Egbert Drese und Hermann Schümmer (Bürgerverein Brand e.V.)

Foto: Wolfgang Sanders

Dr. Michael Ziemons bei seiner Begrüßungsansprache in der Bücherinsel

Foto: Ewald Kreus

De Dochfabrik Becker is nu Jeschicht

Völl Bauschutt litt op et Becker-Jeländ,
domet is och de letzte Dochfabrik va Oche an et Eng.
Wo me fröijjer et Rattere va de Wävstöhl hoot,
hange nu decke Wolke va Stöpp en de Loot.
Jruuße Bagger maache alles platt,
wat de Fabrik fröijjer uusgemaat hat.

Menich enge hat de Trone en de Ore,
at wier jeht e Stöck Jeschicht op dr Brand verlore.
Soch me va Kruttes övver et Tal noh Brand,
wood de Becker Fabrik met dr Schornstee jau erkannt.

1927 dr Wilhlem Becker de Fabrik  jejrönt hat
än onger häm fonge emmer Modernisierunge statt.
1998 Becker de insolvente Dochfabrik Führen övvernohm,   
än kot doför at de Firma Palla Creativ dozo kom.

Wie en Familich hau Becker de Firma jeleit,
un sing Lü beij Huchzitte, Doof un och bes an et Eng betroit.
Ävver och för de Ongerstützung van Vereine un soziale Zwecke op Brand,
woor de Firma Becker allen bekannt.
Fierde de Schötze eh Foschbech hön Fess,
Becker de Firma des Mondes jeschlouße lässt.

1970 komme dozu noch Betriebe öm Glauchau un Merane,
un beij Becker su insjesamt 4400 Lü Arbeit fande.

2005 wood de ieschte Insolvenz dörchjemaaht,
un dat hat de Hälfde van de Lü öm Bruut än Luhn jebraht.
Op dr Brand wore do noch 185, en Palla 450 un en Litaue noch 200 Lü.
De zweijde Insolvenz erwischte 2009 och sie.
De Weltwirtschaftskris wor schold,
un och, weil de Lü net mieh all di Luxusjüter woue.

Dörch dr Wettbewerb en Europa un en de Türkei.
wor et 2012 och för de Firma Becker vorbeij.
Donnechdes öhm 13.28 Uhr erfuhre 179 Lü,
ab hü jett et de Firma Becker net mieh. 

Met dr Verkouf va de Winterkollektiun hau me noch jet Zitt,
ävver dr 30. September 2012 wor et esu witt.
För emmer schlouße sich de Werkstore,
un en 85jöhrijje Dochmacher-Jeschicht jeng verlore.

Op et Becker-Jeländ entstönd nöij Wohnnunge för dr Brand,
zur Erennerung weede se "Dochmaacher-Veddel" je
nannt.   



Doris Müller