Bürgerverein

Blickpunkt

Blickpunkt

Der erste Blickpunkt erschien im 3. Quartal 1975 und
danach 3 mal im Jahr

Er enthielt Mitteilungen und Veranstaltungstermine für Brand

Die Verteilung erfolgte ab Juni 2014 kostenlos mit "Noits op d'r Brand"

und ist nun ab Februar 2017 darin integriert, so dass die Informationen
alle zwei Monate erscheinen

Zusätzlich liegen weitere Exemplare im Bezirksamt, bei der
Aachener Bank, der Sparkasse Brand und bei den Mitgliedsgeschäften
der IG Handel, Handwerk und Gewerbe aus.



 

August 2020

Heimatkunde am Bauzaun

Heimatkunde am Bauzaun

Schon lange wird auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Becker fleißig gebuddelt, um dort den Bau eines neuen Wohnquartiers für Brand vorzubereiten. Doch nun schmücken das Brander Wappen und sechs prägende Brander Motive den eher tristen Bauzaun am Tuchmacherviertel. Das 54.000 Quadratmeter große Gelände zwischen Niederforstbacher Straße, Zehntweg, Beckerstraße und Vennbahnweg ist mit einem klassischen Bauzaun eingefriedet. Nisse Nesseler, der Projektleiter der Tuchmacherviertel GmbH & Co. KG hatte die Idee, den Zaun mit Heimatmotiven aufzuwerten und so die Zugehörigkeit zum Stadtbezirk zu bekräftigen. Beim Bürgerverein fand er für seinen Vorschlag die notwendige Unterstützung, um das Vorhaben auf den Weg zu bringen. Schließlich arbeiten im Geschichtskreis des Vereins erfahrene Experten für Heimatkunde. Darüber hinaus umfasst das im Brander Bahnhof untergebrachte Vereinsarchiv einen großen Fundus an Dokumenten, Publikationen und Fotos. So konnte schnell geeignetes Material in Form von Fotos und Textbeiträgen vom Vorsitzenden Wolfgang Müller zusammengetragen werden. Die Gestaltung der insgesamt sechs Einzelbanner erfolgte durch die Aachener Werbedesignagentur Power + Radach, von deren Sitz auf dem Lousberg der Ausblick bis Brand reicht. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit kann sich sehen lassen. Die überwiegend von Ewald Kreus stammenden Fotos zeigen neben dem obligatorischen Stier die im Jahr 1756 errichtete St. Vincenzkapelle, die katholische Pfarrkirche St. Donatus, das Viadukt im Rollefbachtal, die Modder auf ihrem Weg nach Brand und den Notenschlüssel im Rondell an der Röhrigstraße. Diese Wahrzeichen stehen für Brand und machen den Stadtbezirk mit seinen rund 17.500 Einwohnern unverwechselbar. An drei Stellen heißen die großen Transparente alle Vorbeikommenden willkommen. So können auch die zahlreichen Ausflügler auf dem Vennbahnweg auf dem Weg in Richtung Eifel an einer neu aufgestellten Bank Ecke Beckerstraße eine Rast machen und sich dabei über Brand informieren. Herzlich Willkommen sind natürlich ebenso die zukünftigen Bewohner des neuen Brander Viertels, die sich mit Sicherheit in ihrer neuen Heimat sehr schnell wohl fühlen werden.

Wolfgang Sanders

Umbau Turnhalle Marktschule

Umbau der Turnhalle Marktschule Brand

Wie bereits in der letzten Ausgabe von Nöits op `dr Brand angekündigt, ist zwischenzeitlich mit dem Umbau der Turnhalle zu einer modernen Aula begonnen worden. Sie soll dann zukünftig auch für Veranstaltungen der Brander Vereine genutzt werden können.

Um den historischen Charakter der alten Turnhalle wieder hervorzuheben, wurde von der Bauleitung auch das Amt für Denkmalpflege um Unterstützung gebeten. Da innerhalb der Stadtverwaltung nur wenige Unterlagen aus den 20er Jahren vorhanden sind, fragte man beim Geschichtskreis des Bürgervereins nach weiteren Dokumenten.

Aus den einzelnen Bereichen unseres Archivs konnte umfangreiches Material zur Verfügung gestellt werden. Vorhanden sind nahezu die kompletten Zeichensätze des damaligen Gemeindebaumeisters Josef Wiecarkowiecz. Es handelt sich um eine Vielzahl von Entwürfen, Zeichnungen und Skizzen (vielfach auf Transparentpapier). Sie sind mit großer Sorgfalt und Akkuratesse hergestellt worden. Es ist erstaunlich, wie umfangreich der Architekt auch einzelne Teilbereiche festgelegt hat, wie z.B . Fenster, Türen, Treppenstufen oder Dachgauben.

Auch die Kopien für den Bauantrag dürften vollständig sein. Hieraus geht hervor, dass er selbst auch als Bauleiter gewirkt hat.

Die Fotosammlung zeigt die im Laufe der Jahrzehnte entstandenen Veränderungen des Gebäudeensembles. So hatten die Gebäude früher Sprossenfenster und in den ersten Jahren war das Schulgebäude aus Kostengründen nicht verputzt.

Aus den schriftlichen Quellen, hier sind vor allem die Gemeinderats-Protokolle zu nennen, geht z.B. hervor, trotz welcher finanziellen Schwierigkeiten man den Bau verwirklicht hat. Diese Protokolle werden wir – wie bisher – auszugsweise in unseren Heimatkundlichen Blättern („Chronik vor 100 Jahren“) veröffentlichen.

Bereits in unserem Jahrbuch 2021 wird ein umfangreicher Bericht über die Bedeutung des Schulgebäudes erscheinen.

Hermann Schümmer



Planung 1922

Entwurf 1922

Juni 2020

Bürgerverein und Corona

Liebe Mitglieder vom Bürgerverein Brand e.V.,
liebe Leserinnen und liebe Leser,

wenn Sie diesen Artikel lesen, sind einige Tage nach meiner Texterstellung vergangen. Ich hoffe und wünsche uns allen, dass in der Zwischenzeit keine gravierenden Änderungen, insbesondere gestiegene Infektionszahlen und damit verbunden ein Anstieg der Reproduktionszahl der Coronavirus Pandemie zu verzeichnen sind.
Entschleunigen war das Schlagwort in der schwierigen Zeit. Manch einer wäre aber froh gewesen, wenn er zeitnah zumindest einen Teil von seinem hektischen Alltag zurückbekommen hätte.
Wir alle mussten und müssen immer noch
erhebliche Einschränkungen in diesen Zeiten ertragen. Ich denke besonders an unsere Seniorinnen und Senioren in Alten- und Pflegeheimen, die von ihren Familien, wenn überhaupt, nur von einer Person mit hohen hygienischen Auflagen besucht werden dürfen oder nur per Telefon zu erreichen sind. Schulunterricht kann, wenn überhaupt, nur unter der Einhaltung strenger Hygienevorschriften stattfinden. Viele Arbeitnehmer sind von Kurzarbeit betroffen, manch einer befürchtet die Arbeitslosigkeit. Geschäftsleute, die ihre Geschäfte nur eingeschränkt öffnen dürfen oder die Gastronomie, die Speisen und Getränke unter Einhaltung der Abstandsregel (1,5m) im Restaurant anbieten darf. Das bedeutet, dass die Bewirtung aufgrund des hohen Platzbedarfes nur bei ca. der Hälfte der Gäste, wenn überhaupt, möglich ist.
Die regelmäßig stattfindenden Gottesdienste im Brander „Dom“ St. Donatusund der Martin Luther Kirchekönnen nur mit hohen Auflagen und einer geringen Anzahl an Besuchern durchgeführtwerden. Uwe Loeper, unseren Pfarrer der Martin Luther Kirche, hat man nicht in seiner Kirche, sondern bei youtube zum Gespräch und Gebet auf eine Tasse Kaffee angetroffen. Auch Beerdigungen waren nur im kleinen Kreis erlaubt. In den Traueranzeigen liest man regelmäßig: „Aufgrund der derzeitigen Umstände findet die Beerdigung im Kreise der Familie statt.“
Man begegnet Menschen mit Mund- Nase Masken, die erst beim zweiten Hinsehen als Freunde oder Bekannte erkannt werden. Großer Ideenreichtum und die gute Nähkunst manch Brander Bürger sind in der Gestaltungder Masken zu erkennen.
Das Brander Vereinsleben ist auf „Null“ gefahren. Bei Sportvereinen, Karnevalsgesellschaften und in vielen anderen Vereinen findet zurzeit so gut wie kein Vereinsleben statt. Wenn überhaupt Kontakte bestehen, dann per Telefon, Mail, Facebook oder anderen sozialen Medien. Kein Theater, Kino oder die geliebte Kirmes auf dem Brander Marktplatz. Der Tanz in den Mai mit den Freunder Maijungen im Festzelt, selbst das Aufstellen des Maibaumes in Freund, eine Jahrzehnte lange Tradition, wurde abgesagt. Es fehlte lange Zeit das Feierabendbier in der Stammgaststätte. Es fehlte das Treffen mit Freunden und Bekannten. Der Kegelabend findet nicht statt. Selbst das gemütliche „miteinander Essen gehen“ im Restaurant ist zurzeit mit hohen Auflagen nur im ganz kleinen Kreis möglich. Alle geplanten Veranstaltungen mit vielen Gästen und Teilnehmern sind in dieser Zeit abgesagt und können unter den gegebenen Bedingungen nicht stattfinden. Planungssicherheit für kommende Veranstaltungen oder private Feiern, wie Hochzeit, Geburtstag und vieles mehr gibt es leider nicht. Der geplante und vielleicht schon angezahlte Urlaub ist geplatzt. Die Frage ist, können oder wollen wir in diesem Jahr überhaupt in den Urlaub fahren und wenn ja, wohin.

Das Brander „Wir Gefühl“ ist in diesen Zeiten Gott sei Dank nicht auf der Strecke geblieben. Es gibt auch in Brand viele Menschen, die spontan zu Hilfsaktionen aufrufen. Das JuB, unter der Leitung von Benedikt Dautzenberg, hat sich etwas einfallen lassen (siehe gesonderter Artikel im Blickpunkt). Angeregt von Ralf Freyaldenhoven werden mit der Organisation vom Mobilé St. Donatus Schutzmasken genäht. Außerdem bietet u.a. auch das Mobilé einen Hilfs- und Einkaufsdienst an. Das Seniorenmobil mit seinen Fahrerinnen und Fahrern vom Bürgerverein Brand steht ebenfalls für Einkäufe zur Verfügung.
Danke!!
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Menschen in Brand bedanken, die in dieser schwierigen Zeit ehrenamtlich und uneigennützig anderen Menschen helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Bedanken möchte ich mich auch bei den Damen und Herren der Freiwilligen Feuerwehr vom Löschzug Brand für die musikalische Unterhaltung, die an vielen frühen Abenden mit einem alten Schlager von Udo Jürgens „Denn immer wieder geht die Sonne auf“ gesungen von Beamten der Polizei, Feuerwehr und dem Rettungsdienst, vielen Brander Bürgern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben.
Nicht zu vergessen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bäcker, Metzger, Lebensmittelhändler und Drogeriemärkte, die täglich auch in den schwierigen Zeiten einen guten Job gemacht haben.
Ein besonderer Dank gilt den Ärzten und Pflegern in unseren Krankenhäusern und den Pflegediensten, die sich teilweise rund um die Uhr um Kranke und Pflegebedürftige gekümmert haben. Wir können glaube ich froh sein, dass wir in Deutschland ein funktionierendes Gesundheitssystem haben. Bedanken möchte ich mich auch für ihren Einsatz bei unseren Rettungsdiensten und der Polizei. Nicht zuletzt möchte ich den Personen und Berufsgruppen danken, die ich in der Aufzählung versehentlich vergessen habe.
Regeln im Alltag
Mein Eindruck ist, dass sich die meisten Brander Mitbürgerinnen und Mitbürger an die empfohlenen Regeln im Alltag halten und somit dazu beitragen, dass zumindest in Brand, ein Verbreiten des Coranavirus eingegrenzt wird.
Aus dem Grund habe ich die Hoffnung, dass wir bald wieder zu unserem aktiven Gemeinschaftsleben zurückkehren können.
Allen Menschen aus Politik und Verwaltung, die fürEinschränkungen oder Lockerungen verantwortlich sind, wünsche ich „Augenmaß“ und eine glückliche Hand.
Bleiben Sie bitte gesund

Wolfgang Müller

 

Foto: Wolfgang Sanders

Bürgerverein und jub mit Mittagstisch-Angebot

Bürgerverein unterstützt jub bei Mittagstisch-Angebot

Auch im Brander Jugend- und Begegnungshaus „jub – das Netz“ in der Schagenstraße musste aufgrund der Corona-Situation einiges umgestellt werden. Aufgrund der von der Landesregierung verhängten Restriktionen durfte die Offene Tür ab Mitte März für die Besucherinnen und Besucher nicht mehr wie gewohnt öffnen. Kurse, Veranstaltungen und Projekte mussten abgesagt oder im besten Fall verschoben werden.
Da stellte sich die drängende Frage: „Was nun?“ oder besser „Was tun?“ Die Ehrenamtler des Hauses kamen schließlich auf die Idee, ein Mittagessen zum Mitnehmen anzubieten. „Nach einigen Telefonaten zur Klärung, ob dies überhaupt möglich wäre, wurde schnell klar: Das machen wir“, berichtet Benedikt Dautzenberg, der Leiter des jub.
Das kostenlose Angebot richtete sich an junge und erwachsene Menschen. Natürlich mussten strenge Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Dazu wurde das Café des Hauses zu einer Art Durchgangsschleuse umgebaut, Abstandsmarkierungen angebracht und Richtungsweiser auf den Boden geklebt. Die pädagogischen Mitarbeiter des Hauses nahmen dann für mehrere Wochen den Kochlöffel in die Hand.
„Das Angebot war für uns eine gute Möglichkeit, den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen zu halten, die üblicherweise unser Haus besuchen. Wir konnten quasi im Vorbeigehen von ihnen erfahren, wie es zu Hause läuft und wie generell die Stimmung ist“, erklärt Silke Radermacher, langjährige Mitarbeiterin im jub. Aber auch Eltern, die plötzlich ihre Kinder zu Hause beschulen mussten, nahmen das Angebot als große Entlastung wahr. Eine Finanzierung des Projektes stand zwar im Raum, war aber in der ersten Woche noch nicht gesichert. Daher war das Team des jub froh, dass der Bürgerverein Brand e.V. sofort bereit war, eine Anschubfinanzierung zur Verfügung zu stellen. „Eine solche unbürokratische und schnelle Hilfe war für unsere Idee eine enorme Unterstützung! Es ist fantastisch, dass in Brand so etwas möglich ist und unterscheidet uns von anderen Stadteilen“, stellt Dautzenberg begeistert fest.
Neben dem Take-Away-Angebot kamen nach und nach weitere Ideen hinzu. Mit den für den Kostüm-Workshop des (nun verschobenen) Filmprojektes angeschafften zwei Nähmaschinen haben Ehrenamtliche des jub Mund- und Nasenschutz für Freunde und Bekannte hergestellt. Weiterhin wurde Kuchen für Menschen gebacken, die in der Corona-Zeit durch ihre Arbeit zur Bewältigung der Krise beigetragen hatten. Abgerundet wurden die neuen Angebote durch einen Basteln-to-Go-Service und einen über Youtube abrufbaren Online-HipHop-Kurs. All dies geschah immer in enger Absprache mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und unter strikter Einhaltung der amtlichen Auflagen.

Seit dem 11. Mai darf das jub nun endlich wieder seine Türen vorsichtig öffnen. Nach Ausgabe von mehr als 500 Mahlzeiten in den zurückliegenden Wochen lief das Mittagstisch-Angebot am 22.Mai aus, damit sich die ehrenamtlichen Kräfte wieder ganz den Besucherinnen und Besuchern des Hauses widmen können.

Benedikt Dautzenberg

 

Silke Radermacher und Benedikt Dautzenbeg

Foto: Wolfgang Sander